Der Verein anders ackern e.V. und der Laakenhof sind seit 2022 eine offizielle FÖJ-Einsatzstelle.
FÖJ’ler*innen können ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr auf dem Laakenhof nutzen, um mehr über Umwelt- und Naturschutz zu erfahren und sich aktiv am Schutz und Erhalt der Umwelt zu beteiligen. FÖJ’ler*innen können die Zeit zwischen Schule, Ausbildung oder dem Studium sinnvoll nutzen, um sich für ihre weitere berufliche Zukunft zu orientieren, neue Menschen kennen zu lernen, in „grüne“ Berufe hinein zu schnuppern, eigene Fähigkeiten in einem neuen Umfeld zu erproben und zu erweitern, eigene Vorstellungen zu überprüfen und neue Ideen zu entwickeln, Werte die im Leben wichtig sind zu überdenken und festzulegen…
Zu Beginn eines Freiwilliges Ökologisches Jahres muss die Vollzeitschulpflicht beendet sein, FÖJ’ler*innen sollten also mindestens 15 Jahre alt sein, die obere Altersgrenze liegt bei 27 Jahren. Die Deutsche Staatsangehörigkeit ist keine Voraussetzung für die Teilnahme!
Das FÖJ ist als Bildungsmaßnahme konzipiert. Das zeigt sich unter anderem darin, dass in den 12 Monaten während eines Freiwilligen Ökologischen Jahres, außerhalb der täglichen Arbeit, an 25 Tagen Seminare zu unterschiedlichen Themen stattfinden. Dabei befassen sich die FÖJ’ler*innen sowohl theoretisch als auch praktisch mit verschiedenen Umweltthemen (meist in 5 Seminare á 5 Tage unterteilt). Außerdem reflektieren sie ihre Arbeit in den Einsatzstellen und lernen natürlich andere FÖJ’ler*innen kennen.
FÖJ’ler*innen bekommen, während der 12 Monate, je nach Bundesland, eine gewisse Menge Geld, das sich aus Taschengeld, Geld für Arbeitsbekleidung sowie aus einer Pauschale für Unterkunft und Verpflegung zusammensetzt. Da das FÖJ als Bildungsmaßnahme anerkannt ist wird zusätzlich Kindergeld gezahlt. FÖJ’ler*innen sind während des FÖJ wie in einem regulären Arbeitsverhältnis angestellt, so dass die Beiträge für Kranken-, Pflege-, Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung vom Träger bezahlt werden. Das Jahr im FÖJ wird auf Wartezeiten für einen Studienplatz mit zwei Wartesemestern angerechnet, bei manchen Universitäten wird sogar dein Abiturschnitt verbessert.
Weitere Info’s zum FÖJ findet ihr auf der Website https://foej.net/ueberdasfoej/, gemacht von FÖJ’ler*innen für FÖJ’ler*innen…
Interessierte junge Menschen können sich gerne bei uns bewerben.
Einsatzstelle / Anschrift für Bewerbungen:
anders ackern e.V.
Pöling 5
59320 Ennigerloh
Internet: http://www.anders-ackern.de
Ansprechperson / Anleitung und Bewerbung
Natascha Linnenbrink
Telefon: 02528-4050014
E-Mail: info [at] anders-ackern.de
Beschreibung der Einsatzstelle
In dem Verein „anders ackern e.V.“ haben sich Menschen zusammengefunden, deren Ziel es ist, ein Bewusstsein für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu schaffen. Dieses Bewusstsein soll im direkten Umfeld und in der Öffentlichkeit weiterverbreitet werden. Dies geschieht durch soziale Projekte, Kooperationen und durch Bildungsarbeit.
Dem Verein ist die nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln nach ökologischen Grundsätzen ein wichtiges Anliegen. Verbraucher*innen und Erzeuger*innen sollen gemeinsam diese Landwirtschaft und die Versorgung mit Nahrungsmitteln weiterentwickeln und öffentlich sichtbar machen. Höfe und Gärten können wertvolle Orte für pädagogische und bildungspolitische Arbeit und Integration sein. Das soll genutzt und gefördert werden. Das Herz von „anders ackern e.V.“ ist daher der Laakenhof (http://wordpress.laakenhof.de/).
Der Laakenhof ist ein vielfältiger kleinbäuerlicher Betrieb, der nach den Richtlinien des Bioland-Verbands arbeitet und sich für Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen einsetzt. Es werden insgesamt 50ha bewirtschaftet. Auf 1,8ha direkt am Hof wird Gemüse angebaut. Außerdem wird Getreide angebaut und (Klee-)Gras für die Kühe. Die Milch der 11 Milchkühe wird in der eigenen Käserei zu verschiedenen Produkten verarbeitet. Besonders ist bei der Kuhhaltung die muttergebundene Kälberaufzucht. Alle Produkte des Betriebs werden in Direktvermarktung über den Hofladen sowie über Abokisten vertrieben. Die Menschen, die auf dem Hof arbeiten, leben hier als Gemeinschaft zusammen.
Auf dem Gelände des Laakenhofs befindet sich außerdem der Permakulturgarten des Vereins anders ackern e.V. Auf der 2019 angelegten Streuobstwiese soll ein weitgehend sich selbst erhaltendes, nachhaltiges System nach natürlichen Mustern geschaffen werden. Auf einem essbaren Waldlehrgarten werden dabei die verschiedenen Vegetationsschichten eines natürlichen Waldes zum Nahrungsmittelanbau genutzt. Der Garten soll auch Lebens- und Nahrungsraum für Tiere bieten, der Erhalt der Artenvielfalt ist ein wichtiges Anliegen.
Ein weiteres Projekt von anders ackern e.V. ist der Interkulturelle Garten, eine internationale Begegnungsstätte in Neubeckum. Hier gärtnern Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern, wobei der Kontakt zu anderen Menschen im Vordergrund steht. Natürlich soll aber auch gemeinsam die Natur erlebt, Gemüse für den Eigenbedarf angebaut und schöne Feste gefeiert werden. Der Interkulturelle Garten soll ein offener Garten sein, der Raum für Kreativität und Entspannung bietet.
Aufgabenbereiche für das FÖJ
Die Freiwilligen sollen während des Einsatzjahres einen Einblick in alle Projekte des Vereins anders ackern e.V. erhalten. Haupteinsatzort ist der Laakenhof (http://wordpress.laakenhof.de/), weil hier der Einblick in den Alltag und das Leben auf einem Hof möglich ist; der Permakulturgarten und der Interkultuerelle Garten sind aber auch Teil der Einsatzstelle. Die Arbeitsbereiche des Laakenhofs sind Folgende: Milchkuh- und Rinderhaltung, Käserei, Gemüsebau, Direktvermarktung, Hauswirtschaft.
Das erste halbe Jahr soll dazu dienen, einen Gesamtüberblick in die verschiedenen Abläufe des Laakenhofs zu erhalten, sowie die anderen Projekte des Vereins kennenzulernen. Im zweiten Halbjahr kann der/die Freiwillige nach Wunsch und Absprache in einem Bereich des Laakenhofs fest zugeteilt werden und in diesem dann auch mehr Verantwortung übernehmen. Die Unterstützung der anderen Projekte des Vereins (Permakulturgarten, Interkultureller Garten) laufen trotzdem weiter.
Der/die Freiwillige wird außerdem die Möglichkeit haben, ein eigenes Projekt umzusetzen. Dies kann z.B. ein eigenes Beet im Garten sein, das Beobachten und Zählen von Vögeln, der Bau eines Insektenhotels o.Ä.
Die Aufgabenbereiche für das FÖJ sind u.a. folgende:
Übergeordnet
– Teilnahme an betrieblichen Besprechungen mit fachlichen Inhalten
Bereich Milchkuh- und Rinderhaltung
– Unterstützung des morgendlichen Melkens bzw. Stalldienstes
– Füttern und Ausmisten
– Striegeln
– Mithilfe beim Zäunen
Bereich Käserei
– Jogurt machen
– Käse schmieren
– Spülen
– Unterstützung bei der Käseherstellung
Bereich Gemüsebau
– Mithilfe bei der Ernte und beim Verpacken
– Einblick in die Jungpflanzenanzucht und in die Aussaat
– Unterstützung bei der Pflanzung der Jungpflanzen
– Unterstützung bei Kulturpflegemaßnahmen (Jäten, Hacken, Kulturschutznetze, Wässern etc.)
Bereich Direktvermarktung
– Mithilfe beim Einräumen des Hofladens
– Mithilfe beim Packen der Abokisten und des Bullis
Bereich Seminarküche
– Unterstützung bei der Vor- und Nachbereitung sowie Begleitung von (pädagogischen) Käse- und Einkochseminaren
Bereich Hauswirtschaft
– alle zwei Wochen Übernahme eines Kochdienstes bzw. Unterstützung des Kochdienstes
Permakultur Waldgarten
– Unterstützung bei der Beetpflege und Pflanzungen
– Unterstützung von Rundgängen und Bildungsveranstaltungen (z.B. Terra Preta herstellen, Kräuterwanderungen, Einkochen von Gemüse)
Interkultureller Garten
– gelegentliche Mitarbeit im Garten (Hecken schneiden, Reparaturen, Pflanzungen etc.)
– Unterstützung von Rundgängen und Bildungsveranstaltungen (z.B. Apfelsaftaktion, Kartoffelaktion, Sommerfest)
Sonstiges
– Naturschutzmaßnahmen (z.B. Insektenhotel, Vogelhäuschen etc.)
– Mithilfe bei Reparaturen aller Art und bei den Baustellen
Ein Beispiel für einen Tagesablauf:
7:00 – 9:30 Unterstützung im Stall
9:00 – 10:00 gemeinsames Frühstück mit kurzer Besprechung (Aufgabenverteilung)
10:00 – 13:00 Hilfe im Gemüsebau
13:00 – 14:00 gemeinsame Mittagspause mit warmer Mahlzeit
14:00 – 14:30 Besprechung
14:30 – 16:30 Diverse Arbeiten, z.B. Joghurt machen oder Workshop betreuen
Betreuung in der Einsatzstelle:
• Der/die Freiwillige wird eine feste fachliche Ansprechperson aus dem Team des Laakenhofs haben. Diese steht bei Fragen immer zur Verfügung.
• Fester Teil der Besprechungen auf dem Hof ist auch die Frage, wie es den Menschen mit der Arbeit geht und ob es Probleme gibt.
• In der konkreten Arbeit wird der/die Freiwillige von den Zuständigen des jeweiligen Bereichs angeleitet.
• Außerdem wird es eine weitere Person aus dem Team des Vereins geben, die regelmäßige Entwicklungsgespräche mit dem/der Freiwilligen führt.
• Zu Beginn des Jahres wird ein grober Jahresplan mit dem/der Freiwilligen entwickelt.
Interessenlage und besondere Voraussetzungen
Interesse an ökologischer Landwirtschaft und an Gemeinschaftsleben.
Informationen zur Übernachtung
anders ackern e.V. kann dem / der Freiwilligen (aktuell noch) keinen Wohnraum zur Verfügung stellen, eigener Wohnraum ist daher Voraussetzung.
Video Rundgang über den Laakenhof
FÖJ-ler Charlie hat im Rahmen seines Freiwilligen Ökologischem Jahres einige Videoclips aufgenommen und zusammengeschnitten, und auf einem Seminar mit anderen FÖJ-lern aus der Region präsentiert. Bei einem Rundgang über den Laakenhof hat Charlie die verschiedenen Bereiche rund um seine Einsatzgebiete auf dem Laakenhof gekonnt präsentiert.